Lehrgrabung 2017 Liebenau - Kurzfassung

Lehrgrabung in Liebenau, LK Nienburg, Niedersachsen
Dauer: 31.7. – 10.9.2017   / Teilnahme: 28.8. – 1.9. und 6., 7. + 11.9.2017 (8 Tage)  -  erste Teilnahme: 2015
Veranstalter: Georg-August-Universität Göttingen, Seminar für Ur- und Frühgeschichtein Kooperation mit der Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft, dem Verein RAUZWI – Lebendige Archäologie Mittelweser e.V. und den Gemeinden Liebenau und Steyerberg
Wissenschaftliche Leitung: Tobias Scholz M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen
Örtliche Leitung: Tobias Scholz M.A.
Objekt: sächsisch-karolingische Siedlung des 8. und 9. Jh. n.Chr.
Die sächsisch-karolingische Siedlung des 8. und 9. Jh. n.Chr. bei Liebenau liegt auf einem   Sanddünenrücken zwischen Weser und der „Großen Aue“. Ein vermutlich zu dieser Siedlung gehörendes Gräberfeld mit 520 Urnen- und Körperbestattungen wurde ab 1953 über 35 Jahre lang vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover ausgegraben. Im Zug des Sandabbaus an der Düne und zum Zeitpunkt der Ausgrabungen am Gräberfeld von Liebenau wurde 1971 aufgrund von Keramik-, Knochen- und Schlackefunden eine Probegrabung in der Siedlung angesetzt, die mit weiteren kleinen Grabungen bis 1973 drei sehr dicht beieinander liegende Grubenhausbefunde mit einer hohen Anzahl an Scherbenfunden freigelegt haben.
 
Fortsetzung der Lehrgrabung von 2015. Das Projekt richtete sich auch an ehrenamtliche Helfer im Kulturbetrieb und ermöglichte diesen die Teilnahme an verschiedenen archäologischen Übungen und Seminaren.
Es haben zwölf Studierenden der Universitäten Göttingen und Münster und 14 freiwillige Helferinnen und Helfer meist aus Stadt und Kreis Nienburg teilgenommen; keine Teilnahmegebühr.
 
Es wurden drei ältere (von 2015) und fünf neue Grabungsschnitte von 5 x 5 m Fläche in meist spatentiefen Schichten z. T. bis auf Planum 6 oder 7 abgegraben und die dabei anfallenden Funde, meist Keramikscherben, Schlacke- und Brandlehmbrocken, nach dem Sieben getrocknet und anschließend für jeden Befund gesondert eingetütet und mit Fundzetteln versehen. Neben Pfosten- und anderen Gruben konnten ein Grubenhaus zum Teil und auch Wagenspuren ausgegraben werden. Die Befunde wurden sehr sorgfältig ausgegraben, durch Fotos, Handzeichnungen und Beschreibungen dokumentiert und dreidimensional eingemessen.
Quelle: 1) Die Harke – Nienburger Zeitung vom 26.08.2017: Täglich Tausend Überraschungen