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Lehrgrabung 2006 Hundersingen - Kurzfassung

 

Lehrgrabung 2006 in Herbertingen-Hundersingen, Kreis Sigmaringen, Baden-Württemberg
Dauer: 7.8.-1.9.2006 / Teilnahme: 21.-25.8.2006
Veranstalter: Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern e.V.

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Jörg Bofinger, Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Esslingen
Örtliche Leitung: Hans Lang und Dr. Susanne Walter, RP-LfD Esslingen
Objekt: frühkeltische Grabhügel bei Hundersingen
Zwei zweiwöchige Grabungskurse für jeweils 15 Personen; insgesamt 30 TeilnehmerInnen, davon 14 Personen in der Woche vom 21.-25.8.2006, darunter vier Mitglieder der "Gesellschaft der Hobbyarchäologen in Deutschland e.V."; 50 € Kursgebühr.
In der Umgebung der keltischen Siedlung (Oppidum) Heuneburg an der oberen Donau, die möglicherweise mit dem überlieferten Ortsnamen Pyrene gleichzusetzen ist, liegen mehrere hallstattzeitliche Grabhügelnekropolen z.T. in landwirtschaftlich intensiv genutztem Gelände und sind weitgehend eingeebnet, so auch die Hügelgruppe um den Großgrabhügel „Bettelbühl“ in der Donauniederung, 2500 m südöstlich der Heuneburg.
Die kaum noch erkennbaren Grabhügel 6 und 7 wurden nach Fundkonzentrationen bei systematischen Begehungen für zwei kleine Sondagegrabungen ausgewählt und im Rahmen einer vierwöchigen Lehrgrabung der GVF ausgegraben. Im zerpflügten Hügel 7 (Dm 36 x 42 m, noch 0,35 m hoch) wurde eine Grabungsfläche von 10 x 20 m in der Mitte angelegt. Im Grabungsschnitt lagen vier Pfostengruben von 0,5 m starken Pfosten im Abstand von etwa 1,5 m; sie lassen sich zu einem Pfostenkreis, Dm. etwa 20 m, um den Grabhügel ergänzen. Die Reste der Bestattung lagen nur wenige Zentimeter unter dem Pflughorizont, ein Geschirrsatz aus mind. acht großen Gefäßen lag in Reihe im Grab, Knochen oder Leichenbrand fehlten und waren vermutlich vom Pflug zerstört.
 
Im Bereich des Hügels 6 wurde eine Sondagefläche von 10 x 10 m ausgegraben, hier hatte eine ausgepflügte Fundkonzentration die Lage des Grabes angezeigt, dieses war allerdings weitgehend zerstört, es wurden nur wenige Fragmente eines verzierten Tellers und einzelne Langknochen des Skeletts entdeckt. Als Besonderheit ist eine quadratische Grabeinfassung in Form eines Gräbchens mit einer Seitenlänge von 9,60 m zu erwähnen.
 
Quellen: 
1+2) Mitteilungsblatt der GVF e.V. 2006-1, S. 9, und 2006-2, S. 4: Ankündigungen der Lehrgrabung
3) S. Walter: Die Lehrgrabung 2006 am Bettelbühl bei Herbertingen-Hundersingen, Kreis Sigmaringen - in: Mitteilungsblatt der GVF e.V. 2007-1, S. 3 
4) J. Bofinger, S. Walter: Ein Grab im Kornfeld – Untersuchungen im Bereich der frühkeltischen Bettelbühlnekropole nahe der Heuneburg, Gde. Herdertingen, Kreis Sigmaringen - in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2006, S. 68
 
Bericht: S. WalterDie Lehrgrabung 2006 am Bettelbühl bei Herbertingen-Hundersingen, Kreis Sigmaringen