08-1999-Rhode-1-36.jpg
vorherigesÜbersicht

 

Lehrgrabung 1999 Lutter a.B.-Rhode - Kurzfassung

Lehrgrabung in Lutter am Barenberge-Rhode, LK Goslar, Niedersachsen
Dauer: 06.09. – 01.10.1999  / Teilnahme: 13.09. – 01.10.1999 (13 Tage)
Veranstalter: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Arbeitsstelle Montanarchäologie, Goslar, und Universität Hannover, Historisches Seminar
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Lothar Klappauf, NLD-Arbeitsstelle Montanarchäologie, Goslar
Örtliche Leitung: Dr. Gregor Schlicksbier, Archäologe im NLD Hannover 
Objekt: Turmhügelburg („Motte“) vermutlich des 13. Jh.
Im Frühjahr 1998 wurden südlich der Turmhügelburg „Kahlenberg“ vermutlich des 12. Jh. im Weiler Rhode verschiedene Meiler- und Verhüttungsplätze entdeckt. Es folgten Analysen der aufgesammelten Schlacken durch das Institut für Anorganische Chemie der Technischen Universität Clausthal (danach handelte es sich um Rückstände einer auf die Gewinnung von Blei/Silber und Kupfer ausgerichteten Verhüttung von Rammmelsberg-Erz), Archivrecherchen, eine topografische Vermessung des Burghügels und des umgebenden Geländes sowie verschiedene geowissenschaftliche Untersuchungen.
 
Ziel der von Mitte Juli bis Mitte November 1999 dauernden Grabungskampagne, zu der auch die Lehrgrabung gehörte, war die Rettung der historischen Befunde auf der Motte. Es zeigte sich, dass das Burgplateau bis in die Aufschüttung der Motte neuzeitlich gestört und der Hügel von allen Seiten her erheblich angegraben war. Das Plateau besaß ursprünglich einen Durchmesser von etwa 12 m, inzwischen war es auf eine Größe von 7,50 m (N-S) auf 6,00 m (O-W) reduziert. Zu den wenigen originalen Befunden gehörten ein großer über die Oberfläche ragender rechteckiger Sandsteinquader - vermutlich Teil des Unterbaus für den hölzernen Turm - und zwei verziegelte Stellen auf der Hügelschüttung.
 
Es wurde außerdem ein 25 m langer Sondierungsschnitt durch Graben und Wall südlich der Motte angelegt, bei dem überraschend ein zweiter Graben entdeckt wurde, der einen Bereich mit Siedlungsspuren umschloß. Hier wurde eine weitere Fläche von 10 x 10 m untersucht. Im  Pflughorizont und darunter befand sich eine Siedlungsschicht mit großen Mengen Holzkohle, verziegeltem Lehm, viel Keramik des 12./13. Jh., zahlreiche Metallfunde und Schlacken. Ein Gebäuderest erschloß sich aus Pfostenspuren und Lagen von durchlochten Schieferplatten der Dachdeckung.
 
An der Lehrgrabung haben u.a. zehn Studierende der Universität Hannover und ich als Gaststudent teilgenommen; keine Teilnahmegebühr.
 
Quelle: Gregor Schlicksbier: Lutter am Barenberge FStNr. 1, Gde. Flecken Lutter am Barenberge, Ldkr. Goslar, Reg.Bez. BS – in: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte, Beiheft 4, 2000, Fundchronik Nds. 1999, S. 135-138