Ausgrabung 2005 Diepholz-Aschen

Ausgrabung in Diepholz-Aschen, LK Diepholz, Niedersachsen
Dauer: 23. und 24.4.2005/ Teilnahme: 23.4.2005
Veranstalter: Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen e. V. (FAN)  
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Wilhelm Gebers, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, und Vorsitzender des FAN e.V.
Örtliche Leitung: Dr. Wilhelm Gebers
Objekt: Wall- und Grabenanlagen beim Hof Groß Mehrholz, mutmaßliches Römerlager
Auf dem Hof Groß Mehrholz im OT Aschen der Stadt Diepholz wurden im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zwei heute mit bloßem Auge nicht mehr erkennbare Wallanlagen entdeckt und als mutmaßliches Römerlager durch Prof. F. Knoke (Osnabrück) und H. Prejawa (Diepholz) unabhängig voneinander bekannt gemacht. Seitdem gab es Diskussionen zur Datierung der Anlagen.
Nachdem dem jungen Archäologen Dr. H. Piesker (Hannover) 1935/36 leider nur eine allzu grobe zeitliche Einordnung der größeren ca. 20 ha-Anlage mit "zwischen ca. 400 v.Chr. und ca. 1100 n.Chr." gelungen war, bemühte sich die Römer-AG des FAN seit der Auffindung zweier römischer Republikdenare - durch den Entdecker Kalkrieses Major T. Clunn im Frühjahr und Herbst 1997 - durch Luftbild- und Metallsondenprospektionen, zwei Bohrkernuntersuchungen und eine Magnetometermessung (auf 1,4 ha) und zwischendurch 1999 durch zwei Probeschnitte (durch Dr. D. Bischop, Bremen) um eine genauere zeitliche Einordnung.
 
Nach intensiver Vorarbeit, z.B. durch eine GPS-gestützte genaue Hofvermessung durch Dr. Wilhelm Gebers 2003, wurde am 23. und 24. April 2005 unter dessen Leitung ein ca. 100 m langer und gut 3 m breiter Baggerschnitt durch einen Bereich der zentralen Hofwiese gelegt, in dem Wall-Grabenreste vermutet wurden.
18 Mitglieder der FAN-AG "Römer in Niedersachsen", unterstützt von zwei Grabungstechnikern aus Sachsen-Anhalt für die Dokumentation, haben an der Ausgrabung teilgenommen. In einem Grabensegment konnte ein Holzrest geborgen und später auf xxxx datiert werden, zeitlich eindeutige Funde blieben aus.
 
Nach diesen umfangreichen, aber letztlich erfolglosen Untersuchungen bezüglich eines Römerlagers wurden später noch Metalldetektorsondagen (2006) und eine Lehrgrabung (2008) der Universität Osnabrück unter Leitung von Dr. J. Harnecker an einem Wall-Grabenrest in dem Wäldchen des Hofes durchgeführt, ebenfalls ohne „römerzeitliches“ Ergebnis.